Supplementary Material for: Die Erfassung von Triggerempfindlichkeit und -vermeidung bei primären Kopfschmerzen: Entwicklung und psychometrische Erprobung einer deutschen Version des Headache Triggers Sensitivity and Avoidance Questionnaire (HTSAQ-G)

Hintergrund: Die Vermeidung von Kopfschmerzauslösern kann zur Entwicklung primärer Kopfschmerzerkrankungen führen. Daraus können verhaltenstherapeutische Behandlungsoptionen abgeleitet werden, die auf einen differen­zierten Umgang mit Kopfschmerztriggern abzielen. Zur ­Unterstützung der Therapieevaluation und -planung bei primären Kopfschmerzen wurde im englischsprachigen Raum der Fragebogen Headache Triggers Sensitivity and Avoidance Questionnaire (HTSAQ) entwickelt. Patienten und Methoden: Der HTSAQ wurde ins Deutsche übersetzt. Anhand einer Stichprobe von Patienten der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein (n = 204) wurden dessen psychometrische Eigenschaften ermittelt. Ergebnisse: Der ­HTSAQ-G weist eine gute interne Konsistenz (α = 0,96) und Test-Retest-Reliabilität (r = 0,88) auf. Erwartungskonform zeigten sich mittlere positive Zusammenhänge von Triggerempfindlichkeit und Vermeidungsverhalten mit Depression, Angst, Stress und Schmerzbeeinträchtigung (r = 0,29 bis 0,47) sowie negative Zusammenhänge mit Schmerzakzeptanz (r =–0,27 bis –0,42). Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass der HTSAQ-G ein reliables und valides Messinstrument zur Erfassung von Triggerempfindlichkeit und -vermeidung ist. Der HTSAQ-G kann somit im deutschen Sprachraum sowohl für die Evaluation verhal­tenstherapeutischer Behandlungsansätze als auch zur Therapieplanung bei primären Kopfschmerzen von Nutzen sein. Zukünftige Studien sollten mittels explorativer und konfirmatorischer Faktorenanalyse die Faktorenstruktur des ­HTSAQ-G untersuchen, um mögliche unterschiedliche Triggerarten zu identifizieren.