Supplementary Material for: Kooperation in der Versorgung psychischer Störungen aus hausärztlicher, fachärztlicher und fachpsychotherapeutischer Perspektive

Hintergrund: Die Kooperation von Hausärzten mit ambulant und stationär tätigen Spezialisten ist in der Versorgung bei psychischen Störungen von zentraler Bedeutung. Empirische Studien zum aktuellen Kooperationsgeschehen fehlen. Ziel war die Analyse der Zusammenarbeit von hausärztlichen, fachärztlichen und psychologisch-psychotherapeutischen Behandlern in der ambulanten und stationären Versorgung. Methode: Mittels eines Online- und postali­schen Fragebogens wurden Kooperationsformen, Probleme in der Kooperation, Kooperationsbedarf, Zufriedenheit und Verbesserungsvorschläge zur Vernetzung erhoben. Ergebnisse: Insgesamt füllten N = 504 Behandler den Fragebogen aus, darunter 108 Hausärzte, 96 ambulant und 63 stationär tätige Fachärzte sowie 216 ambulant und 21 stationär tätige psychologische Psychotherapeuten. Kooperation findet in erster Linie bei Bedarf im Einzelfall statt und basiert nur wenig auf festgelegten Strukturen und definierten Routi­nen. Obwohl sich die Teilnehmenden relativ zufrieden mit der aktuellen Kooperation zeigen, ist der wahrgenommene Bedarf an Kooperation groß. Schwierigkeiten werden v.a. aufgrund von fehlenden ambulanten Therapieplätzen, Zeitmangel, Problemen bei der Erreichbarkeit von Kollegen und wenig etablierten Kooperationsprozessen gesehen. Implikationen: Die Behandler sind grundsätzlich zufrieden, sehen aber dennoch Verbesserungsbedarf bei der Vernetzung der psychischen Versorgung. Daher ist die Optimie­rung entsprechender Strukturen und Prozesse mit dem Ziel der Verbesserung der patientenorientierten Behandlung von Menschen mit psychischen Störungen notwendig.