Supplementary Material for: Effekte einer suchtspezifischen Partnerschaftsintervention in einer stationären Entwöhnungsbehandlung

Hintergrund: Die Wirksamkeit suchtspezifischer Partnerschaftsinterventionen wurde fast ausschließlich in randomisiert kontrollierten Studiendesigns überprüft. Daher wird hier untersucht, ob eine suchtspezifische kognitive Partnerschaftsintervention unter stationären Versorgungsbedingungen mit Veränderungen in der Partnerschaftszufriedenheit und der psychischen Belastung assoziiert ist und welche Patienten besonders von der Partnerschaftsintervention profitieren. Patienten und Methoden: Es wurden routinemäßig erhobene Daten von 1843 Patienten mit Alkoholabhängigkeit, die in einer Partnerschaft leben, genutzt (M = 47,1 Jahre; 68,4% männlich). Erfasst wurden Prä- und PostDaten (Behandlungsdauer M = 10,2 Wochen) zur Partnerschaftszufriedenheit (Partnerschaftsfragebogen) bzw. zum sozialen Druck (Skala zur Erfassung des sozialen Drucks). Von einer Substichprobe (n = 621) waren auch Angaben zur psychischen Belastung (Symptom-Checkliste-90-R) verfügbar. Verglichen wurden Patienten mit bzw. ohne freiwillig genutzte zusätzliche Partnerschaftsintervention während einer stationären Entwöhnungsbehandlung. Die Patienten wurden gematcht, um trotz fehlender Randomisierung mögliche Konfundierungen zu kontrollieren. Behandlungseffekte wurden über eine 2-faktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung berechnet und Prädiktoren wurden anhand von Entscheidungsbäumen identifiziert. Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten eine signifikante Prä-post-Verbesserung hinsichtlich ihrer selbstberichteten Partnerschaftszufriedenheit und psychischen Belastung. Es fanden sich keine Gruppenunterschiede. Ähnlich verhält es sich mit den Prädiktoren: In beiden Interventionsgruppen war die initiale Partnerschaftszufriedenheit ein Prädiktor für die Verbesserung der Partnerschaftszufriedenheit und das Geschlecht Prädiktor für die Reduktion der psychischen Belastung. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Partnerschaftsinterventionen im subjektiven Erleben der Patienten unter Versorgungsbedingungen kurzfristig keinen zusätzlichen positiven Effekt haben.